Zauberhafte Shots

Das Simsalabim hat im Sommer 2021 am Isartor eröffnet. Neben Sprizz-Getränken und schwäbischen Seelen hat es auch jede Menge geistreiche Überraschungen zu bieten.

Ruhig und versteckt liegt sie am sonst so geschäftigen Tal und wartet auf ihre trinkfreudige Kundschaft: die Simsalabim Bar. In einer Nebenstraße direkt neben dem Isartor wirkt es von einem Schritt auf den anderen so, als hätte plötzlich jemand mit einem Knopfdruck den ohrenbetäubenden Großstadtlärm ausgeschaltet. So lässt es sich doch gleich viel entspannter in den Abend starten. Vielleicht aber auch etwas zu entspannt, denn an einem Donnerstagabend lässt die Kundschaft erst mal auf sich warten. "Das Tal ist leer in der Woche" heißt es vom Barkeeper, doch das entpuppt sich als grobe Fehleinschätzung, denn im Laufe des Abends wird jeder einzige Platz gefüllt.

Das Simsalabim hat erst im Sommer 2021 aufgemacht. Damals nutzte es den Aufschwung der Corona-Lockerungen und öffnete die Tore für die durstigen Sprizz-Liebhaber, von denen es in München nicht zu wenige gibt. Der Sommer, der in die alkoholischen Geschichtsbücher wohl als der glorreiche "Sprizz-Sommer" eingehen wird, hat auch die Karte des Simsalabim mitgestaltet: Vom klassischen Aperol mit all seinen Mix-Variationen, über den sauren Limoncello-Sprizz, bis hin zum Grapefruit versetzten Pampello-Sprizz ist für jeden Sprizz-Fanatiker etwas dabei. Der Festpreis dafür liegt bei 7,40 Euro, preisliches Mittelfeld also.

Die sprizzigen Drinks lassen sich natürlich am besten im Sonnenschein genießen und so hat das Simsalabim – wie viele andere Bars auch – einen gemütlichen Schanigarten aufgemacht. In der wie erwähnt ruhigeren Straße wird man dabei nicht von Abgasen und Lärm genervt, sondern kann in ruhiger Stadt-Idylle Drinks schlürfen. In den kälter werdenden Herbst- und Wintermonaten wandert die Kundschaft dann aber zunehmend nach drinnen. Hier stehen gemütliche kleine Tische, die wie dafür gemacht erscheinen, sich in kleinen Grüppchen zu versammeln und rituell Shots zu nehmen.

Das lässt sich im Simsalabim auf jeden Fall einrichten, denn die Shot-Auswahl hat es in sich. Natürlich gibt es Klassiker wie Tequila, Frangelico oder Sambuka, was die Karte aber wirklich interessant macht, sind die eher ausgefallenen Shots wie der "Huschtabombo", ein in Vodka aufgelöstes Hustenbonbon, der den abendlichen Gang zum Zähneputzen überflüssig macht. Experimentierfreudige können sich hier also richtig austoben und dabei auch noch Rätsel lösen, denn weder Karte noch Barkeeper geben vor dem Trinken genaue Auskunft über die einzelnen Zutaten (außer vielleicht im Fall von Allergien). Die kurzen Shots haben dafür aber gar nicht mal so kleine Preise mit durchschnittlich vier Euro pro Stück.

Wenn es dann doch eher etwas Langes sein darf, wird man hier auch glücklich. Der saure Gin Basil Smash lässt auf positive Art die Gesichtsmuskeln zusammenziehen und sorgt mit Basilikum-Note für willkommene Italo-Vibes. Falls der Gin gleich in der ganzen Flasche bestellt, aber nicht ganz leer geworden ist, gibt es sogar Schnaps-Schließfächer, in denen angebrochene Flaschen für den nächsten Besuch aufbewahrt werden. Für Hungrige hat das Simsalabim schwäbische Seelen zu bieten, ein mit Käse überbackenes Sauerteiggebäck, das den Kater am nächsten Morgen herauszögert oder im besten Fall sogar verhindert.

Das Simsalabim ist eine unscheinbare Bar, aber eine Top Location. Mit leckeren Drinks und gemütlicher Atmosphäre ist die Bar der ideale Anlaufpunkt, um in den Abend zu starten. Spätestens beim zweiten ausgefallenen Shot wissen alle Beteiligten, dass es ein guter Abend werden muss.

Simsalabim, Adresse: Marienstraße 18, 80331 München, Telefon: 01514/7577527, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 17 bis 3 Uhr